AG am Institut für Mikrobiologie und Hygiene unter der Leitung von Frau Dr. Moter - Auszeichnung für Ihr herausragendes Engagement

Die AG  am Institut für Mikrobiologie und Hygiene  unter der Leitung von Frau Dr. Moter wird als  herausragendes Einzelbeispiel ausgezeichnet. Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und junge Mütter berichten in den durch sie eingereichten Wettbewerbsunterlagen über Ihre Erfahrungen während der Schwangerschaft, der Elternzeit und des Wiedereinstiegs. Sie beschreiben, wie die Beschäftigten der AG durch ihre Vorgesetzte bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt werden.

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Steckbrief

  • AG am Institut für Mikrobiologie und Hygiene
  • Leitung: Frau Dr. Annette Moter
  • CBF
  Frauen Männer Gesamt    
Anzahl der Beschäftigten 7 2 9 Anz. betreuter Kinder 3
Teilzeitbeschäftigte 3        
Beschäftigte in Elternzeit 1        

Was hat die Jury überzeugt?

Foto: Das Team der AGMoter unter der Leitung von Frau Dr. Annette Moter

"Für die Kinderbetreuung / Stillen vor Ort hat Fr. Dr. Motor einen kindersicheren Raum inkl. Wiege und Spielteppich und Computerarbeitsplatz eingerichtet. Eltern können ihre Kinder zu Besprechungen mitbringen."

"Angebot zur Teilzeitarbeit auf Honorarbasis  für Mitarbeiter/innen in Elternzeit insbesondere auch während der Übergangszeit zwischen- Elternzeit und Wiedereinstieg in den Beruf z.B. durch Projektarbeit."

"MitarbeiterInnen sind auch während der Elternzeit ein Teil des Teams und werden in Telefonkonferenzen, per E-Mail und persönlichem Kontakt, in Arbeitsabläufe miteinbezogen. Neben der Möglichkeit, telefonisch an Besprechungen teilzunehmen, werden auch Gruppenschaltungen über Skype (Onlinemessenger) eingesetzt."

  • Vertragsangebot im Anschluss der Elternzeit
  • Bei Besprechungen, Festen und gemeinsamen Essen sind alle Kinder herzlich willkommen.
  • Unterstützung durch intensives, persönliches Engagement und herzliche Atmosphäre
  • Flexible Arbeitszeitregelungen und sehr individuelle Möglichkeiten zum Wiedereinstieg nach Elternzeit
  • Homeofficemöglichkeiten für Schwangere und betreuende Mitarbeiter
  • Beteiligung der Eltern in Elternzeit über Internet– und Telefonkonferenzen
  • Familienfreundliche Besprechungszeiten und Urlaubsplanung nach Absprache
  • Jobsharing als bereits gelebte Praxis
  • Umfassende Karriereplanung und Aufzeigen von Perspektiven unter Berücksichtigung der familiären Situation
  • Mitarbeiter/innen werden über die Möglichkeiten für mehr Familienfreundlichkeit informiert

Im Gespräch mit Frau Dr. Annette Moter, Leiterin der AG

Familienbüro: Wie würden Sie den Begriff "Familienfreundlichkeit" in Bezug auf ein familienfreundliches Unternehmen definieren? Und was zeichnet für Sie ein familienfreundliches Unternehmen bzw. einen familienfreundlichen Bereich aus?

Das beginnt bereits damit, den Mitarbeitern zu signalisieren, dass Kinder willkommen sind und eine Schwangerschaft kein Ende der Karriere bedeutet. Gemeinsam finden wir einen Weg, wie die Arbeiten im Labor fortlaufen können. So war es auch bei drei meiner Mitarbeiterinnen, die innerhalb weniger Monate schwanger wurden. Sie sind es auch gewesen, die mich für den Preis vorgeschlagen haben.

Die Mitarbeiterinnen haben im Verlauf ihrer Schwangerschaften Daten gesammelt, die sie nach der Geburt flexibel, im Team oder auch von zu Haus als Grundlage für ihre wissenschaftlichen Ausarbeitungen nutzen konnten.

Wichtig ist vor allem, im Team für die richtige Atmosphäre zu sorgen, es so zu strukturieren, dass bei einem Ausfall eines Mitarbeiters die Arbeiten weiterlaufen. Das erfordert viel Kraft von der Führungsebene und auch viel Motivation der Mitarbeiter. Aber es lohnt sich absolut, denn das Team möchte, dass es funktioniert.

Familienbüro: Wo sehen Sie als Vorgesetzte konkrete Handlungsmöglichkeiten für Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz?

Ein wesentlicher Punkt sind flexible Arbeitszeiten in Verbindung mit Vertrauen gegenüber den MitarbeiterInnen. Bestimmte Sachen wie Notfallproben müssen laufen. Was jedoch darüber hinaus geschieht, wann sie ihre Sachen machen, bleibt ihnen überlassen. Natürlich greife ich ein, wenn es irgendwo knirrscht, aber das Bestreben aller Mitarbeiter ist tatsächlich, dass es läuft.

Im Rahmen unserer Laborrunde kommt das Team regelmäßig zusammen. In einer Excel-Tabelle dokumentiert jeder, was in den letzten Wochen passiert ist, wo will ich stehen, wo bin ich, woran hat es gelegen. Dann sehen wir, wo jemand Unterstützung braucht.

Honorarverträge und ein Raum mit Computerarbeitsplatz und Babybett erwiesen sich dabei als Kunstgriff. So konnten Mütter an wichtigen Sitzungen teilnehmen und die Schwelle nach der Elternzeit war nicht zu hoch.

Mit Skype und dem Einsatz von Medien nutzen wir eine weitere Möglichkeit, Mitarbeiter einzubinden. Zum Teil ist es viel einfacher anderthalb Stunden so teilzunehmen, als aufwendig das Kind einzupacken und herzukommen.

Familienbüro: An dieser Stelle würden Wir gerne einmal einen Blick in die Zukunft werfen! Welche Ideen, Maßnahmen und Projekte haben Sie für mehr Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz?

In erster Linie soll das bestehende Konzept weiterleben und nächste Ideen werden insofern vorbereitet, dass ich bereits jetzt überlegen muss, welche Jobs zu beantragen sind, damit keine Lücken entstehen.

Da wünsche ich mir weniger Bürokratie, weniger Schreibkram. Flexibilität.

Familienbüro: Welche Verwendungsideen möchten Sie mit dem gewonnen Preisgeld umsetzen?

Wir möchten mit dem Preisgeld einen größeren Monitor mit Internetzugang als feste Konferenzschaltung und zur Unterstützung unserer Weiterbildungen kaufen, damit die Eltern in unserem Team auch von zu Hause aus, an den Konferenzen teilnehmen können.

Das Gespräch führten Doreen Makowiak und Arlette Schwanke.