Pflege- und Funktionsdienst CC13 - Auszeichnung für Ihr herausragendes Engagement

Der Pflege– und Funktionsdienst im CC13  wird für das Engagement ausgezeichnet, allen Beschäftigten mit familiärer Verantwortung entgegenzukommen und mit der Entwicklung von generellen Regelungen zu unterstützen. Hier werden auch die besonderen Bedürfnisse  von Alleinerziehenden und Beschäftigten, die Angehörige pflegen in den Mittelpunkt gerückt und Möglichkeiten und Angebote, die zu einer besseren Vereinbarkeit führen, intensiv kommuniziert. Daneben wird immer auf einen Ausgleich der unterschiedlichen Interessen in den Teams geachtet.

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Steckbrief - Dagmar Hildebrand, Pflegerische Centrumsleitung CC13

Dagmar Hildebrand, Pflegerische Centrumsleitung CC13
  • Centrum: Innere Medizin mit Gastroenterologie und Nephrologie (CC 13)
  • Dienstarten: Pflege- und Funktionsdienst
  • Versorgungstypen: stationäre Pflege, 2 Intensivbereiche, Tageskliniken, Ambulanzen, Funktionsbereiche
  • Pflegerische Centrumsleitung: Frau Dagmar Hildebrand
  Frauen Männer Gesamt    
Anzahl der Beschäftigten 363 78 441 Anz. betreuter Kinder ca. 180
Teilzeitbeschäftigte 192 31 223 Anz. zu pflegender Angehöriger ca. 15
Beschäftigte in Elternzeit 16        

Was hat die Jury überzeugt?

Foto: Station 43 CVK (© Armin Thomaß)

"Teilzeit ist so gut wie immer möglich. Einige Bereiche haben für Mütter mit Kindern den Bedürfnissen entsprechende Dienstzeiten eingerichtet."

"Drei Monate vor Wiedereinstieg nach Elternzeit wird im persönlichen Gespräch Arbeitszeit, Einsatzort, Kinderbetreuung und Qualifizierungsbedarf geplant."

Konzept: (Werdende) Mütter im Pflegedienst des CC 13

  • Umfassende und problemlose Teilzeitbeschäftigung
  • Kommunikation - Konzepte zu "Werdende Mütter im Pflegedienst"
  • Familienfreundliche Urlaubsplanung
  • Sichere Dienstpläne - Besondere Berücksichtigung Alleinerziehender
  • Termine für Dienstbesprechungen stehen monatlich, meist sogar für das Jahr im Voraus fest.
  • Umfassende Kommunikation : Flyer für pflegende Angehörige, Konzept "Mütter im Pflegedienst", Informationsblatt, Regularien für familienfreundliche Urlaubsplanung

Im Gespräch mit Frau Dagmar Hildebrand, Pflegerische Centrumsleitung CC13

D. Hildebrand: Beim Thema Urlaubsplanung sind die Vorgaben der Charité, des Bundesurlaubsgesetz und des Berliner Bildungsurlaubsgesetzes für einzelne Mitarbeiter aber auch Führungskräfte schwer verständlich und nicht immer einfach unter einen Hut zu bringen. (Urlaubsplanung im Pflegedienst des CC13)

Zur Erleichterung haben wir für das CC13 schriftlich fixierte Leitfäden entwickelt, die es in dieser Art bisher nur in hier gibt. Sie enthalten Empfehlungen und Vorgaben über regelmäßig zu führende Gespräche während der Schwangerschaft, nach dem Mutterschutz oder bei der Rückkehr aus der Elternzeit in den Beruf. Ziel ist es, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rechtzeitig Gespräche zu führen, um den Wiedereinstieg vorzubereiten und wichtige Fragen zu klären: Kitaplatzsuche, Arbeit im Schichtdienst, Alternativangebote der Charité.

In unregelmäßigen Abständen (zwei- bis viermal jährlich) geben wir außerdem einen Infobrief für Mitarbeiter heraus, der auch für Mitarbeiter bspw. in Elternzeit vor ihrer Rückkehr an den Arbeitsplatz von Interesse ist. Sie erhalten so Informationen über die Entwicklungen ihres Bereichs der letzten Monate, aktuelle Projekte, Baumaßnahmen, anstehende Umzüge, neue Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, Jubiläen etc. 

Für Angehörige von Patienten entwickelten wir einen Flyer, der zukünftig eventuell auch übergreifend in der Charité zum Einsatz kommt. Dieser informiert bei der Pflege von Angehörigen über Hilfsangebote und Kontaktadressen und ist damit auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine Unterstützung.

Familienbüro: Wie würden Sie den Begriff "Familienfreundlichkeit" in Bezug auf ein familienfreundliches Unternehmen definieren? Und was zeichnet für Sie ein familienfreundliches Unternehmen bzw. einen familienfreundlichen Bereich aus?

D. Hildebrand: Ich glaube das Wichtigste ist, dass ein Unternehmen vor allem vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels in der Pflege Möglichkeiten anbietet, dass die Mitarbeiter  im Sinne einer Work-Life-Balance das Familienleben und den Beruf gut in Einklang bringen können. 

Familienbüro: Wo sehen Sie als Vorgesetzte konkrete Handlungsmöglichkeiten für Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz?

D. Hildebrand: Ich glaube, wir könnten noch flexibler werden was die Dienstplangestaltung betrifft. Ich kenne Einrichtungen in denen beispielsweise ganz gezielt Rückkehrerinnen und Rückkehrern in den Pflegeberuf auch die Möglichkeit angeboten wird, ihren Arbeitsvertrag und ihre Dienstzeiten so zu gestalten, dass sie nur Früh-, nur Spät- oder nur Nachtdienste machen, um so durch einen dauerhaft gleichen Dienst anstelle von Wechselschichtplänen besser planen zu können. Ich glaube da haben wir durchaus noch Potenzial in der Charité.

Das Wichtigste ist, auch wenn wir auf einem guten Weg sind, den Mitarbeitern mitzuteilen, welche Angebote es bereits gibt. Man muss als Vorgesetzter kontinuierlich dranbleiben um die Bereitschaft zu wecken, diese Angebote auch zu nutzen. Ich finde z.B., dass die Einrichtung eines  Spielzimmers eine gute Idee ist. 

Eine mir bekannte Mitarbeiterin, die Kidsmobil als Möglichkeit zur Notfallbetreuung nutzt, ist damit hochzufrieden. Es ist ein Angebot für alle Mitarbeiter. Aber auch das Pflänzchen braucht noch etwas Zeit zum Wachsen. Und da sehe ich sozusagen auch meine Hauptrolle vermittelnd tätig zu werden.

Familienbüro: Ein Blick in die Zukunft! Welche Ideen, Maßnahmen und Projekte haben Sie für mehr Familienfreundlichkeit?

D. Hildebrand: Wir suchen in unserem Zentrum nach möglichen Alternativangeboten für ältere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. Gerade die Pflege ist insbesondere in der Normal- und Intensivpflege ein körperlich enorm belastender Beruf, den man nicht in jedem Fall bis zum 65. Lebensjahr in vollem Umfang ausüben kann.

Familienbüro: Welche Verwendungsideen möchten Sie mit dem gewonnenen Preisgeld umsetzten?

D. Hildebrand: Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Leitungsfunktionen setzen sich sehr dafür ein, die Dienstzeiten auf die Anforderungen ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen abstimmen.  Ich möchte daher diesen ganz gezielt die Teilnahme an Kongressen oder Workshops bzw. Schulungsangeboten zum Thema Familienfreundlichkeit ermöglichen, um diese Bemühungen zu unterstützen. 

Es sollen hierbei auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingeladen werden, die Angebote der Charité nutzen, um von ihren Erfahrungen zu berichten. Das hilft manchmal wesentlich mehr, als nur von einem Angebot zu lesen und gar nicht konkret zu wissen, was sich dahinter verbirgt.

Das Gespräch führten Doreen Makowiak und Arlette Schwanke.