Clinical Research for Hair and Skin Science (CRC) - Auszeichnung für Ihr herausragendes Engagement

Mit dem Bereich Clinical Research for Hair and Skin Science (CRC) an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie wird ein Bereich ausgezeichnet, in dem  umfangreiche Möglichkeiten für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf, Forschung und Familie geschaffen wurden und der Führung durch die Beschäftigten bescheinigt wird, dass Familienfreundlichkeit sich durch Taten wirkungsvoll vermittelt

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Steckbrief - Frau Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi, Direktorin CRC

Frau Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi, Direktorin CRC
  • Bereich Clinical Research for hair and skin science (CRC) an der Klinik für Dermatologie, Allergologie und Venerologie 
  • Direktorin CRC und Leitende Oberärztin: Univ-Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi
Anzahl der Beschäftigten 29   Anzahl betreuter Kinder 19
Teilzeitbeschäftigte 12   Anzahl zu pflegender Angehöriger 1
Beschäftigte in Elternzeit 1      

Was hat die Jury überzeugt?

Foto: Das Team des Clinical Research for Hair and Skin unter der Leitung von Frau Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi

"Durch feste Schließzeiten an Weihnachten/Neujahr und in den Sommerwochen, wird besonders den Eltern mit schulpflichtigen Kindern "ungestörtes" Familienleben ermöglicht, wo die Betreuung durch Kita, Hort etc. fehlt."

"Führung: Familienfreundlichkeit vermittelt sich durch Taten"

In Mitarbeiter- und Zielvereinbarungsgesprächen ist die individuelle und private Situation Gesprächsgegenstand, um erreichbare Ziele zu finden.

  • Schaffung individueller Arbeitszeitmodelle nach der Elternzeit
  • Home-Office Tage nach Absprache
  • Phasenweise Freistellung von klinischer Routinetätigkeit
  • Erste Gespräche über beruflichen Wiedereinstieg noch vor Beginn der Elternzeit

"Modell CRC"

Das CRC Modell beschreibt zum einen die Schließzeitenregelungen und zum anderen den Umgang mit Projekten und Ressourcen während der Elternzeit junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlicher.

Jungen Eltern wird die Reduktion ihrer Arbeitszeit ermöglicht während gleichzeitig freiwerdende Ressourcen für die Unterstützung der in Teilzeit gehenden Eltern eingesetzt werden: Ausbau wissenschaftlicher Sekretariate, zur Übernahme administrativer Tätigkeiten und Koordination und Hinzugewinn von Personal wie z. B. Technischer Assistenten, Study Nurses oder Studentischer Mitarbeiter, die bestimmte Versuche im Labor mit bearbeiten und Dokumentation aus den Sprechstunden machen. Im Ergebnis kommt es zu einer Entlastung bei Routine- und Verwaltungstätigkeiten ohne Verlust an Produktivität.

Im Idealfall fördert die Entlastung den Erwerb neuer Drittmittel zur Weiterfinanzierung der unterstützenden Stellen. Das CRC hat sich in den letzten 12 Jahren stetig personell vergrößert und zeigt somit, dass das Modell auch im Bereich Personalentwicklung funktioniert und nicht nur als familienfreundliches Modell betrachtet werden sollte.


Im Gespräch mit Frau Prof. Dr. med. Ulrike Blume-Peytavi, Direktorin CRC und Leitende Oberärztin

Familienbüro: Wie würden Sie den Begriff "Familienfreundlichkeit" in Bezug auf ein familienfreundliches Unternehmen definieren? Und was zeichnet für Sie ein familienfreundliches Unternehmen bzw. einen familienfreundlichen Bereich aus?

U. Blume-Peytavi: Ein Familienfreundliches Unternehmen ist ein Unternehmen, dass die Mitarbeiter und ihr persönliches Umfeld sowie die soziale Situation berücksichtigt. Die Beschäftigten sollten dabei in die Planung so einbezogen werden, dass sie ihrer Arbeit nachgehen können, ohne Zerrissen zu werden zwischen Familie, klinischer Tätigkeit und Forschung.

In dem Moment, in dem der Mitarbeiter immer mit Angst und Sorge im Hinterkopf arbeiten muss und sich fragt: "Sind die Kinder gut versorgt?", "Komme ich rechtzeitig raus?", "Was passiert, wenn ich aus der Schwangerschaft zurückkomme?" "Habe ich dann noch meinen Job?", unter diesen Voraussetzungen können sich MitarbeiterInnen nicht entspannen und vollständig der Arbeit widmen.

Das heißt auch, dass ein familienfreundliches Unternehmen, eine Win-Win-Situation schaffen sollte und zwar genau dann, wenn der Arbeitgeber auf seine Arbeitnehmer Rücksicht nimmt und diese Rücksichtnahme auch dem Arbeitgeber, von Seiten des Arbeitnehmers entgegengebracht wird.Ich sehe es als eine partnerschaftliche Aufgabe zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber im Interesse des Unternehmens und im Interesse des Arbeitnehmers, die beste Lösung finden.

Hier sehe ich auch den Grund dafür, warum es bei uns so gut funktioniert, weil hier ein Fairplay von beiden Seiten existiert.

Familienbüro: Wo sehen Sie als Vorgesetzte konkrete Handlungsmöglichkeiten für Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz?

U. Blume-Peytavi: Konkrete Handlungsmöglichkeiten sehe ich darin, flexible Arbeitszeiten zu ermöglichen, ebenso wie Homeoffice. Die Verteilung von Projekt- und Teilaufgaben  sollte so erfolgen, dass diese innerhalb einer gewissen Zeit, jedoch mit flexiblen Arbeitszeiten zu erledigen sind.

Zu berücksichtigen sind hierbei flexible Urlaubs- und Schließzeitenregelungen, die bewirken, dass wir in bestimmten Zeiträumen die  Arbeitsaufgaben herunterfahren und nur mit einer Notfallbesetzung arbeiten.

Die Schließzeiten und Arbeitsreduzierungen für bestimmte Zeiträume im Jahr benötigen natürlich eine gute vorausschauende Planung um sie  gut zu realisieren. Es gibt natürlich noch weitere Handlungsmöglichkeiten von Seiten des Arbeitgebers. In der Klinik besteht bei uns  z.B. für Mütter die Kinder unter zwei Jahre haben, die Möglichkeit, dass sie vom Bereitschaftsdienst befreit sind. Sie können teilnehmen, müssen aber nicht. 

Familienbüro: An dieser Stelle würden Wir gerne einmal einen Blick in die Zukunft werfen! Welche Ideen, Maßnahmen und Projekte haben Sie für mehr Familienfreundlichkeit am Arbeitsplatz?

U. Blume-Peytavi:  Ich denke, Ziel sollte es sein, das durchzuhalten, was wir bisher etabliert haben: die Schließzeitenregelung, flexible Arbeitszeiten, die Möglichkeiten im Rahmen der Projektarbeit, Homeoffice oder Befreiung von der Rufbereitschaft für Mütter mit Kindern unter zwei Jahren. Wir haben beispielsweise außerdem einen Parkplatz für eine schwerbehinderte Mutter angemietet und finanzieren diesen aus Drittmitteln . Nicht zu vergessen sind unser regelmäßiges Sommerfest und Teammaßnahmen mit den MitarbeiterInnen und ihren Kindern. 

Wichtig ist einfach, Verständnis für die familiäre Situation der Beschäftigten zu haben und sich gegenseitig zu unterstützen -  das schweißt zusammen und unterstützt zudem ein gute Arbeitsatmosphäre.  Dass wir auf dem richtigen Weg sind zeigt sich auch darin, dass alle MitarbeiterInnen nach der Elternzeit wiederkommen, bleiben und verlängern möchten. Viele MitarbeiterInnen arbeiten seit vielen Jahren am CRC. 

Familienbüro: Welche Verwendungsideen möchten Sie mit dem gewonnen Preisgeld umsetzen?

U. Blume-Peytavi:  Die Überlegungen gehen in die Richtung, einen kleinen Spot auf unserer Homepage zu präsentieren und so unsere Maßnahmen zu kommunizieren. 

Wir würden weiterhin gern für unsere forschenden Eltern noch eine studentische Hilfskraft für ca. 2 bis 3 Monate finanzieren, um ein bestehendes Projekt mit dieser zusätzlichen Summe zu fördern

Das Gespräch führten Doreen Makowiak und Arlette Schwanke.